Teestation für syrische Flüchtlinge

in Mazedonien

Mit Beginn des kalten und nassen Wetters wird die Reise für die große Zahl von Flüchtlingen auf dem langen Weg von den griechischen Inseln zum gewünschten Ziel nach Westeuropa noch beschwerlicher. Aufgrund der langen Wartezeiten an den Grenzen müssen viele im Freien schlafen und sind der Kälte schutzlos ausgeliefert. Notfall-Einsatzkräfte von Operation Mercy, die im Norden von Mazedonien tätig sind, erzählen von frierenden Frauen und Kindern und befürchten, dass sie an Unterkühlung leiden.

In ganz Europa setzen sich lokale und internationale NGOs dafür ein, den körperlichen und emotionalen Stress der Flüchtlinge während ihrer anstrengenden Reise zu lindern. So eröffnete Operation Mercy nach Rücksprache mit anderen Organisationen eine Teestation in Tabanovce, einem Dorf im Norden von Mazedonien nahe der serbischen Grenze. Zusammen mit lokalen Freiwilligen verteilt Operation Mercy heißen Tee an die andauernden Flüchtlingsströme, die verzweifelt Schutz vor der Kälte suchen.

Die Teestation im beheizten Zelt der Familienruhezone bietet nicht nur Wärme, sondern es entstehen auch soziale Kontakte und die Möglichkeit, inmitten der Krise als Menschen wahrgenommen zu werden. David Dyer, Leiter von Operation Mercy Mazedonien, erklärt, dass durch den geschlossenen Raum Gedränge verhindert wird, wenn die Menschenmassen hilfesuchend aus den ankommenden Zügen steigen. „Es entsteht auch die Möglichkeit, mit den Flüchtlingen in Kontakt zu kommen und deren Bedarf herauszufinden und abzudecken, wie zum Beispiel der Bedarf an Mützen, Schals und Handschuhen, Windeln und Ponchos oder dicken Müllsäcken gegen den Regen“, so Dyer. „Und wer medizinische Versorgung benötigt, wird von uns zu den benachbarten Zelten vom Roten Kreuz und von Terre Des Hommes weitergeleitet.“